Stretching

Wenn man Trainingsabläufe näher anschaut, findet man schnell heraus, dass die meisten Workout-Programme der Flexibilität zu wenig Aufmerksamkeit schenken. Viele von uns sind in solch einem Stress, morgens zur Arbeit und abends heimzukommen oder schnell in der Mittagspause ein Training zu absolvieren, dass keine Rücksicht aufs Stretching genommen wird – obwohl es sehr wichtig wäre. Denn damit wird dem Körper nach dem Training durchs Stretching vermittelt, dass die Muskeln nun nicht mehr strapaziert werden und dass die Regenerationsphase eingeleitet wird. Denn während einer Belastung steigt die Grundspannung des Muskels an, um seine Leistungsfähigkeit zu erhöhen. Das Dehnen sorgt dann dafür, dass sich die Muskeln wieder entspannen können. Zudem löst gezieltes Dehnen aber auch Verspannungen, die durch falsche Haltung oder einseitige Belastungen im Alltag ausgelöst werden. Gerade das häufige Sitzen im Büroalltag oder Tätigkeiten mit Bewegungsabläufen, die sich immer wiederholen, sind Gründe für zu wenig Bewegung oder Fehlbelastungen. Das Resultat davon ist ein gestörtes Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Muskelgruppen. Das wiederum verursacht oder verstärkt Fehlhaltungen und Beschwerden.

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Dehnarten: das dynamische und das statische Dehnen. Das dynamische Dehnen erlebte seinen ersten Hype in den 70er-Jahren und wurde damals vom Sportunterricht über den Turnverein bis hin zum Firmensport eingesetzt. Diese Art des Dehnens geriet dann in Vergessenheit, bis vor einigen Jahren die Wissenschaft die positiven Effekte der gymnastischen Bewegungen wieder hervorhob. Heute wird gerade vor sportlichen Aktivitäten empfohlen, die Muskulatur mit diesen dynamischen Übungen zu aktivieren und flexibel zu machen. Einfach erklärt sieht dynamisches Dehnen so aus, dass man in der Endposition für 10-15 Sekunden leicht federt, um die Muskeln geschmeidig zu machen.

Beim statischen Dehnen, das man am besten nach dem Training ausübt, um die Muskelspannung nicht schon davor zu verringern, verharrt man im Gegensatz zum dynamischen Dehnen nicht nur kurz, sondern während 30 bis 60 Sekunden in einer Position. Dabei versucht man, bei jedem Ausatmen die Muskeln mehr zu entspannen und weiter in die Dehnposition zu versinken. Die Bewegungen sind langsam und fliessend, um in die Dehnposition zu kommen.

Von Vorteil ist bei beiden Dehnarten, dass sie erst praktiziert werden, wenn die Muskulatur aufgewärmt ist – und dass man keine ruckartigen Bewegungen macht. Nach einem sehr intensiven Training, bei dem die Muskeln stark beansprucht wurden, wie auch bei schon vorhandenem Muskelkater wird ausserdem empfohlen, Dehnübungen auszulassen, um die Muskelstrukturen nicht zusätzlich zu belasten oder allenfalls zu schädigen. Für beide Varianten gilt, dass ein Ziehen in der Muskulatur ganz normal ist. Schmerzen, die dich an die Grenze der Tränen bringen, sind allerdings definitiv zu viel des Guten.




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