Mach es wie die Shaolin Mönche III: Versuche, nicht besitzen zu wollen

Die buddhistische Lehre glaubt, dass alles Leid durch Gier und Festhalten entsteht. Wer sich an nichts klammert, weder an Materielles noch an Momente oder Gefühle, ist frei in seinem Denken und Handeln. Für uns in der westlichen Welt ist es nur sehr schwer vorstellbar, ohne jeglichen Besitz auszukommen. Doch wer schon einmal für längere Zeit nur mit dem Rucksack umhergereist ist, weiss, wie befreiend es sein kann, mit nur sehr wenig auszukommen. Im Alltag hingegen gestaltet sich diese Minimalität schwieriger – schliesslich wollen wir morgens unser Auto in der Garage vorfinden, unser Mittagessen, welches wir zubereitet und mit unserem Namen versehen haben, im Kühlschrank in Sicherheit wissen und wir wollen nicht, dass uns jemand etwas wegnimmt.

Wir können nicht wie die Shaolin Mönche leben, doch wir können versuchen, immer mal wieder etwas von ihnen zu lernen. Wir sind zwar mehr oder weniger auf unseren Besitz angewiesen, doch wir können lernen zu teilen, statt gierig an allem festhalten zu wollen. Wir können lernen, schöne Momente zu schätzen, ohne Panik davor zu haben, dass sie gleich vorbei sein werden. Wir dürfen uns einen riesigen Schokoladenkuchen kaufen, ihn aber triumphierend in der Küche stehen lassen und niemandem etwas davon anzubieten ist hingegen weniger empfehlenswert. Ausserdem brauchen wir nicht immer mehr und mehr – es kann sehr befreiend sein, den Kleiderschrank auszumisten und einen Grossteil des Inhalts in die Altkleidersammlung zu geben, sich von altem Krimskrams zu trennen und sich einfach mal nach dem Motto „reduce to the max“ mit dem Nötigsten zu begnügen. Leere muss nichts Schlimmes oder Bedrohliches sein, sie kann auch Freiheit bedeuten – und Platz geben für die wichtigste Person im Leben, nämlich sich selber.

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