Kohl

Bereits für die Seefahrer war Kohl wertvoll – sie nutzten ihn als gut haltbares Anti-Skorbut-Mittel… Anti was? Skorbut ist eine Vitaminmangelkrankheit, die bei anhaltendem Fehlen von Vitamin C in der Nahrung nach zwei bis vier Monaten auftritt. Der hohe Vitamin- und Mineralgehalt im Kohl, wie auch sein hoher Anteil an sekundären Pflanzenstoffen (gesundheitsfördernden Substanzen, die als Antikrebssubstanzen gelten) machten ihn zum unersetzlichen und lebensrettenden Gemüse auf hoher See. Zugegeben sind wir heute sicherlich besser versorgt als die Matrosen auf den Schiffen, doch Kohl kann sich immer noch positiv auf den Magen auswirken, was gerade beim heutigen Stresslevel willkommen ist.

Neben dem Verdauungssystem profitiert letztlich der gesamte Organismus von Kohlmahlzeiten. Denn Kohl  zeichnet sich auch durch seinen hohen Anteil an Ballaststoffen aus, die ein anhaltendes Sättigungsgefühl vermitteln, die Verdauung fördern und so vor Darmerkrankungen schützen können.

Des Weiteren ist er reich an den Vitaminen A, B, C und K. Auch die Mineralstoffe Calcium, Magnesium und Kalium sowie die Spurenelemente Phosphor, Eisen und Mangan sind in erhöhtem Masse enthalten. Die ebenfalls enthaltenen Glukosinolate (schwefelhaltige Moleküle) im Kohl haben eine antibiotische Wirkung und unterstützen den Körper bei seiner Entgiftung. Schon lange hat man beobachtet, dass Menschen, die häufig rohen Kohl verzehren, seltener an Krebs erkranken. Aber erst vor zehn Jahren fand man heraus, womit die verschiedenen Kohlgemüse anticancerogen wirken: Sie enthalten das unschlagbare Dreigespann an «Cancer-Fightern»: Indole, Sulforaphane und Phenolsäuren.

Und noch ein grosses Plus: alle Kohlsorten behalten auch gekocht noch ihre vielen Vorteile. Sie büssen beim Kochen höchstens die Hälfte der Nährstoffe ein. Der Gehalt an Vitamin C nimmt sogar zu, denn durch das Erhitzen wird das im Kohl vorhandene Ascorbigen – eine «Vorstufe» zum Vitamin C – zu Ascorbinsäure, also zu reinem Vitamin C, umgewandelt.

Zu den Kohlarten gehören Blumen-, Weiss-und Rosenkohl, sowie Wirsing, Kohlrabi, Brokkoli und Federkohl. Durch diese grosse Variation ist es möglich, das ganze Jahr saisongerechten einheimischen Kohl zu geniessen.

 

Die gesunde Wirkung des Kohls geht über die Ernährung hinaus und wurde bereits in antiken Hochkulturen Griechenlands, bei den Ägyptern und auch den Römern genutzt. Die Ägypter bauten Kohl als Medizin an und auch die Römer entwickelten eine Heilsalbe, die aus Fett und Asche des verbrannten Kohls hergestellt und zur Desinfizierung von Wunden eingesetzt wurde. Der römischen Feldherr Marcus Catos (234-149 v.Chr.) fasste die medizinische Wirkung einfach zusammen: «Auf alle Wunden und Geschwüre lege den Kohl zerrieben auf, er wird sie reinigen und heilen ohne Schmerz, er bringt Geschwüre zum Reifen und lässt sie aufbrechen, er wird faulende Wunden und Krebsschäden reinigen und heilen, was kein anderes Heilmittel leisten kann. Auch innerlich nimm ihn, zur Stärkung deiner Kräfte und Heilung vieler Organe.» Den Kohl zu verbrennen und daraus Salbe herzustellen empfehlen wir nicht unbedingt – aber dass der Verzehr alles andere als schadet, ist tatsächlich seit langem bekannt. In diesem Sinne: e Guete!

 

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