Zusatzstoffe

Hast du schon einmal die Verpackung eines Fertigprodukts umgedreht und die Inhaltsstoffe studiert? Oft hat man dabei den Eindruck, dass ein halbes Lebensmittelchemie-Studium notwendig ist, um die Zutatenliste zu verstehen. Je weiter man ans Ende der Aufzählung kommt, desto komplizierter und verschlüsselter wird es – denn da werden die Zusatzstoffe aufgelistet.

Zusatzstoffe sind gemäss Lebensmittelrecht «Stoffe mit oder ohne Nährwert, die Lebensmitteln aus technologischen oder sensorischen Gründen absichtlich direkt oder indirekt zugesetzt werden.» Zusatzstoffe werden vom Bundesamt für Gesundheit BAG geprüft, zugelassen und mit einer E-Nummer versehen. Das «E» steht für EU, die Schweiz hat sich den europäischen Bestimmungen angeschlossen und die Nummerierung übernommen. Dem Buchstaben «E» folgt eine 3- bis 4-stellige Zahl. Das E-Nummern-System ist so aufgebaut, dass zugelassene Zusatzstoffe quer durch alle Sprachen verstanden werden können.

Was nützen diese Zusatzstoffe? Dank ihnen wird z.B. unser Sandwich aus dem Kühlregal im Supermarkt haltbarer, geschmacklich (einigermassen) geniessbar und unter dem Strich preislich günstig gemacht. Ohne Zusatzstoffe wäre es sehr schwierig und teilweise sogar unmöglich, den modernen Anforderungen gerecht zu werden. Zum Aufpeppen der Nahrung werden als Zusatzstoffe Antioxidantien, Aromen, Emulgatoren, Verdickungsmittel, Konservierungsmittel, Süssstoffe, Geschmacksverstärker und Farbstoffe verwendet.

Auch wenn E-Nummern allenfalls abschreckend wirken, können nicht pauschal alle Zusatzstoffe als schlecht abgetan werden. Teilweise sind diese nicht einmal eine Neuerfindung der modernen Lebensmittelindustrie, sondern werden schon seit Jahrhunderten in der Herstellung von Lebensmitteln verwendet um Aroma, Farbe, Haltbarkeit oder Konsistenz zu beeinflussen. So war z.B. die schweflige Säure schon den alten Römern bekannt und diente vor allem der Haltbarmachung von Lebensmitteln. Salpeter wird seit dem 14. Jahrhundert zum Pökeln von Fleisch und Fisch verwendet und Benzoesäure (ein Konservierungsmittel) kennt man schon seit dem 19. Jahrhundert. Viele Zusatzstoffe waren schon immer von Natur aus Bestandteile unserer Nahrung (z.B. Lezithin, Zitronensäure, Gelatine usw.).

Je nachdem, ob man selber kocht, essen geht oder sich von Fertiggerichten ernährt, kann die Menge der Zusatzstoffe zwischen ein paar Milligramm und mehreren Gramm liegen. Je stärker ein Produkt verarbeitet wurde, desto mehr Zusatzstoffe sind in der Regel beigefügt. Auf einem Apfel lässt sich z.B. wohl nicht mehr als «Apfel» als Inhalt deklarieren. Grössere Mengen an Zusatzstoffen sind in der Regel in Fertigprodukten, Süssigkeiten, Desserts, Konserven und Backmischungen enthalten.

Um nicht zu viel Zusatzstoffe zu konsumieren, sollte man so oft wie möglich selber kochen und frische, unverarbeitete Produkte verwenden. Allerdings enthalten auch täglich konsumierte Lebensmittel wie Brot, Käse und Wurst mehrere Zusatzstoffe. Diese Zusätze komplett zu vermeiden ist also so gut wie unmöglich.

 

6_3_5 Frisches Essen Gesundheit allgemein2




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