Das Recht auf deine eigene Meinung

«Wer nicht auf seine Weise denkt, denkt überhaupt nicht.»

Oscar Wilde

 

Meinungen einzuholen ist ein Weg, sich ein Bild über eine Sache und die eigene Position zu machen und vielleicht die Qualität des eigenen Intellekts zu prüfen. Wird die Meinung von anderen geteilt, fühlt man sich sicher und bestärkt. Allerdings kann auch das Gegenteil passieren, wenn keine Verbündeten zu finden sind und alle eine andere Sichtweise vertreten. Erntest du mehr Gegenstimmen, lohnt es sich vielleicht, nochmals über dem Thema zu brüten und deine Meinung zu revidieren. Allerdings heisst das nicht, dass die eigene Meinung keinen Wert hat, wenn die breite Masse anders denkt. Im Gegenteil. Es ist sogar besser, keine Meinung zu haben, als einfach nur den Einheitsbrei aller anderen zu übernehmen ohne dahinter zu stehen.

Hast du Hemmungen, offen und direkt deine Meinung zu sagen, weil du dir Gedanken machst: «Was könnten andere denken? Ist es verletzend für jemanden? Was könnte mir passieren, wenn ich das jetzt sage?». Aus Befürchtungen über solches und ähnliches trauen sich viele nicht, ihre eigenen Ansichten, Kritiken, Ratschläge, Überzeugungen und Positionen zu kommunizieren.

Sie schweigen lieber oder wagen nur Andeutungen, die sie nicht greifbar machen: «Ich weiss natürlich selbst, dass das, was ich sage, völliger Unsinn ist, aber…» – «Wahrscheinlich ist das jetzt ein ganz schlechter Vorschlag von mir, aber…» – «Also, ich spreche jetzt einfach einmal in den Papierkorb…»

Vermeide ein solches Verhalten! Es liefert dir keine Sicherheit und hilft auch nicht, die Zustimmung von Gesprächspartnern zu gewinnen. Im Gegenteil. Es bringt dich in eine Verteidigungsposition, raubt die Überzeugungskraft und erschwert es dir, Ziele zu erreichen. Besser, du stehst zu deinem Standpunkt und kommunizierst offen, klar und eindeutig. Nur das bringt dich und die anderen auf Dauer voran.

  • Denke daran, dass du ein Recht auf eine eigene Meinung hast. Wenn nicht du deine Meinung offen vertrittst, wer soll es dann für dich tun?
  • Sorge dich weniger. Auch schwierige Wahrheiten gilt es anzusprechen, solange du höflich bleibst und niemanden absichtlich verletzt oder zum «Rechthaber» wirst.
  • Für ein behutsames Vorgehen gibt es zwei gute Möglichkeiten: Stelle eine Frage («Was haltet ihr von folgender Idee?») oder wähle eine positive Einleitung («Ich denke, das könnte vielleicht eine gute Lösung sein.»)
  • Manchmal ist Schweigen Gold! Man muss nicht immer alles und es auch nicht immer sofort sagen. Es gibt Situationen, in denen ist es tatsächlich besser, dich in Zurückhaltung zu üben und auf einen passenden Zeitpunkt zu warten. Das darf aber nicht wieder die Ausrede sein, um einfach zu Schweigen!

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